Das Hauptstudium

Im viersemestrigen Hauptstudium werden die erlernten Kenntnisse durch weitere Praktika vertieft. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt hierbei in der Erlernung der Methoden der instrumentellen Analytik. Neben der Analytik von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen spielen aber auch die Bereiche der Ernährungswissenschaften, Biochemie, Toxikologie, Technologie der Lebensmittel und das Lebensmittelrecht eine große Rolle.

Das Hauptstudium ist speziell auf die Anforderungen an die späteren Aufgaben des Lebensmittelchemikers im Beruf zugeschnitten und vermittelt vor allem die Kenntnisse und praktischen Fähigkeiten, die dafür erforderlich sind.

 

Im Vordergrund steht dabei die Chemie und Analytik der Lebensmittel, der kosmetischen Mittel, der Bedarfsgegenstände, des Wassers und der Tabakerzeugnisse. Hier vermitteln pipettieren1 AG JLCentsprechende Vorlesungen, meist in drei- bis viersemestrigem Turnus, die nötigen Kenntnisse über die chemische Zusammensetzung, die Biosynthese, die Analytik und die Reaktionen von Kohlenhydraten, Proteinen, Fetten und Fettbegleitstoffen, Vitaminen und all den weiteren Stoffgruppen, die Bestandteile von Lebensmitteln sind. Hinzu kommen die technologischen Verfahren zur Lagerung der Rohstoffe und zu ihrer Be- und Verarbeitung zu Lebensmitteln in Handwerk und Industrie. Dabei interessieren vor allem die chemischen Veränderungen der Inhaltsstoffe, die Bildung erwünschter und unerwünschter Komponenten und ihre Auswirkungen auf die gesundheitliche und sensorische Qualität der Lebensmittel. In diesen Zusammenhang gehören auch die Art und Wirkungen von Zusatzstoffen, sowie das mögliche Auftreten von Rückständen und Verunreinigungen, deren Analytik und Bewertung. Spezielle Lehrveranstaltungen befassen sich schließlich auch mit kosmetischen Mittel und Bedarfsgegenständen, mit der Gewinnung und Untersuchung von Trinkwasser und den angrenzenden Problemen der Umweltanalytik.

Die theoretischen Kenntnisse aus den Vorlesungen und Seminaren werden ergänzt durch praktische Fähigkeiten in der Lebensmittelanalytik, die die Studieren in den umfangreichen lebensmittelchemischen Praktika erwerben. Sie lernen dabei vor allem diejenigen Methoden und ihre Leistungsfähigkeit kennen, die zur Untersuchung so komplexer Substrate wie Lebensmittel in Frage kommen. Dabei kommen sowohl klassische, als auch die modernen Arbeitsweisen der instrumentellen Analytik mit ihren geringen Nachweisgrenzen zum Einsatz. Eng verknüpft mit der eigentlichen Untersuchung ist aber auch die Beurteilung der Ergebnisse im Hinblick auf den Verbraucherschutz und die geltenden rechtlichen Regelungen.

Darüber hinaus sind im Hauptstudium Vorlesungen, Übungen oder Praktika aus angrenzenden Gebieten vertreten. Dazu gehört die Mikrobiologie, denn Mikroorganismen spielen nicht nur bei der Herstellung zahlreicher Lebensmittel eine Rolle, sondern sind auch für den Verderb verantwortlich, was wirksame Maßnahmen der Lebensmittelhygiene erforderlich macht. Hier lernen die Studierenden auch die praktischen Arbeitsweisen kennen, die sie befähigen, Mikroorganismen in Lebensmitteln nachzuweisen und zu bestimmen. Zu den weiteren Praktika gehören auch mikroskopische Untersuchungen, in denen die Studierenden lernen, Bestandteile pflanzlicher Lebensmittel anhand ihrer charakteristischen Zellstrukturen zu erkennen. Die angewandte Biochemie und Ernährungslehre vermitteln das Verständnis für die Bildung und Umwandlung von Naturstoffen, für die physiologischen Vorgänge bei ihrer Nutzung und Verstoffwechselung im Organismus und die zahlreichen qualitativen und quantitativen Aspekte der Ernährung, einschließlich besonderer Ernährungsformen. Die chemische Toxikologie beschreibt auf welche Weise sich unerwünschte Bestandteile von Lebensmitteln, Bedarfsgegenständen oder Ökosystemen auf den Organismus auswirken können und wie dies ermittelt wird. Die für die spätere rechtliche Beurteilung von Lebensmitteln erforderlichen Kenntnisse im Lebensmittelrecht werden ebenfalls durch weitere Vorlesungen vermittelt, wobei der Schwerpunkt der Anwendung und Vertiefung dieser Kenntnisse im Praktischen Jahr liegt.

Der Zweite Prüfungsabschnitt, wie das Hauptstudium auch bezeichnet wird, wird durch die Erste Staatsprüfung abgeschlossen. Zur Anmeldung müssen Leistungsnachweise über die folgenden Lehrveranstaltungen vorgelegt werden:
 

  • Lebensmittelchemische Praktika I bis IV
  • Chemisch-toxikologisches Praktikum
  • Mikrobiologisches Praktikum
  • Mikroskopische Untersuchung von Lebensmitteln und Bedarfsgegenständen
  • Grundzüge des Lebensmittel- und Bedarfsgegenständerechts
  • Übungen zur Toxikologie für Chemiker
  • Besichtigungen einschlägiger Betriebe im Rahmen der Lehrveranstaltungen

Die Erste Staatsprüfung besteht besteht aus fünf mündlichen Prüfungen in folgenden Fächern:

  • Chemie und Analytik der Lebensmittel, der Tabakerzeugnisse, der kosmetischen Mittel, sonstiger Bedarfsgegenstände und des Wassers
  • Technologie der Lebensmittel, der Tabakerzeugnisse, der kosmetischen Mittel, sonstiger Bedarfsgegenstände und des Wassers
  • Angewandte Biochemie und Ernährungslehre
  • Mikrobiologie und Lebensmittelhygiene
  • Toxikologie und Umweltanalytik

Daran schließt sich eine wissenschaftliche Abschlussarbeit von drei bis sechs Monate an, in der eine experimentelle Aufgabe aus Lebensmittel- und Umweltanalytikbereich selbständig unter Betreuung zu bearbeiten ist. An einigen Hochschulen kann auf Basis dieser Abschlussarbeit der Titel Diplom Lebensmittelchemiker verliehen werden.

Wichtig ist allerdings, dass es in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Abläufe und Anforderungen gibt. Daher sollte man sich an der jeweiligen Hochschule direkt oder bei den AG-JLC Vertretern vor Ort nach den Modalitäten des Studiums erkundigen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfungen und Abschlussarbeit folgt das Praktische Jahr und das Staatsexamen.

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